Behandlung gegen übermäßiges Schwitzen ( Hyperhidrose )
Studien belegen, daß rund fünf Prozent der deutschen Bevölkerung unter übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrosis) an Händen, Füßen und Achselhöhlen leiden. Für die Betroffenen bedeutet dies ständiges Wechseln der Wäsche, Einschränkungen in der Wahl der Kleidung, Angst vor einem Händedruck – wegen unangenehmer Geruchsbildung – vor der Nähe anderer Menschen.
Die Steuerung der Nervenbahnen über das vegetative Nervensystem erfolgt unkoordiniert. Die Schweißdrüsen werden angeregt, ohne dass der normale physiologische Reiz, nämlich eine Erhöhung der Körpertemperatur, vorliegt.
Die beschriebene Störung scheint häufig anlagebedingt. Organische Ursachen, beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion, sind eher selten und können durch entsprechende Untersuchungen ausgeschlossen werden.
Für Menschen, die unter übermäßigem Schwitzen leiden, reichen die handelsüblichen Deos oft nicht aus. Der erste Schritt, mit dem der Hautarzt helfen kann, ist die Verordnung einer Aluminiumchlorid-haltigen Lösung, die täglich aufgetragen wird. Anderen Betroffenen helfen auch Salbeipräparate oder schweißhemmende Präparate.
Diese Mittel sind jedoch mit Nebenwirkungen behaftet. Sie sind jedoch nur solange wirksam, wie sie angewendet werden, und helfen auch nicht jedem Patienten. Die moderne Medizin bietet zwei neue Behandlungsmethoden an. Es ist zum einen die Einspritzung der schwitzenden Hautbereiche mit Botulinumtoxin A und zum anderen die Absaugung der Schweißdrüsen in der Achselhöhle.
Bei der Behandlung mit Botulinumtoxin A wird die Substanz in winzigen Dosen in die Haut gespritzt. Dadurch werden die Nervenimpulse zu den Schweißdrüsen unterbrochen. Botulinum wird vor allem an den Achselhöhlen eingesetzt, kann aber auch an Fußsohle und Handflächen angewandt werden.
Die Wirkung hält 3-6 Monate an. Pro Behandlung sind etwa 20 bis 30 Injektionen erforderlich, deren Schmerzhaftigkeit durch eine örtliche Betäubung abgemildert wird. In Deutschland ist Botulinumtoxin für die Behandlung der Hyperhidrose zugelassen – Private Krankenversicherungen können die Kosten nach vorheriger Klärung übernehmen, sofern eine medizinische Notwendigkeit vorliegt.
Bei der Behandlung der Hyperhidrosis an den Achselhöhlen besteht die Möglichkeit, die Schweißdrüsen mit einer speziellen Kanüle abzusaugen (Saugkurettage, ähnlich wie bei der kosmetischen Fettzellenabsaugung). Diese Methode ist im Vergleich zu früheren operativen Behandlungsmethoden sehr schonend und mit weniger Komplikationen behaftet.
Im Gegensatz zur Botulinumtoxin-Behandlung ist hierbei die Verminderung der Schweißbildung dauerhaft.
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