Kosmetische Chirurgie und Plastische Chirurgie: Kennen Sie den Unterschied?

Kennen Sie den Unterschied zwischen Kosmetischer Chirurgie und Plastischer Chirurgie? Viele denken, dass es sich dabei um ein und dasselbe handelt – das ist jedoch nicht der Fall. Kosmetische Chirurgie und Plastische Chirurgie kommen aus unterschiedlichen Gründen zum Einsatz. Nicht alle Ärzte aus dem Bereich Kosmetische Chirurgie sind auch für Plastische Chirurgie qualifiziert. Als Patient sollten Sie den Unterschied und die nötigen Qualifikationen kennen.

Rekonstruktive Plastische Chirurgie

Plastische Operationen werden vorgenommen, um bestimmte Stellen des Körpers zu korrigieren, die nicht richtig funktionieren oder einer Rekonstruktion bedürfen. Dazu gehören beispielsweise Anomalitäten, die durch Gendefekte, Unfälle oder Krankheiten hervorgerufen werden. Typische Beispiele sind

  • Rekonstruktion der Brüste mithilfe einer Brustvergrößerung oder -straffung nach einer Operation aufgrund von Brustkrebs
  • Brandverletzungen und -narben
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Kosmetische Chirurgie

Kosmetische Operationen werden auf Wunsch des Patienten durchgeführt. Sie dienen dazu, das Aussehen subjektiv zu verbessern. Das Ziel ist es, Symmetrie oder Proportion wiederherzustellen und der behandelten Person ein Gefühl von Selbstbewusstsein und Schönheit zu vermitteln oder wiederzugeben. Häufig gehören dazu

Ausbildung und Qualifizierung

In Deutschland müssen Ärzte eine Weiterbildung zum „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ absolvieren, um in dem Gebiet tätig zu werden. Eine mindestens sechsjährige Fachweiterbildung ist insgesamt vonnöten. Nach dem Studium der Humanmedizin und dem Erhalt der Approbation erfolgt eine zweijährige Weiterbildung im Bereich Chirurgie, anschließend vier Jahre im Spezialgebiet „Plastische und Ästhetische Chirurgie“. Im Rahmen der Ausbildung nimmt der Arzt über 900 Eingriffe vor. Umfassende praktische und theoretische Kenntnisse zeichnen einen ausgebildeten Plastischen Chirurgen aus.

Der Begriff Schönheitschirurg hingegen gibt in keiner Weise die Qualifikation des Arztes wieder. Die Bezeichnung ist in Deutschland nicht geschützt – jeder Arzt kann sie tragen. Achten Sie bei der Auswahl eines Arztes daher auf die Bezeichnung „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“. Auch Gesichtschirurgen und Fachärzte für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, die als Zusatz die Bezeichnung „Plastische Operationen“ tragen, verfügen über eine angemessene Qualifikation für die Kopf- und Halsregion.

Am besten ist es, einen Arzt auszuwählen, der auf dem gewünschten Gebiet eine langjährige, aktive Praxis und ein Renommee besitzt und sich regelmäßig im Rahmen von Kongressen mit anderen Spezialisten austauscht. Regelmäßige Fort- und Weiterbildungen auf dem Fachgebiet sollten ebenfalls vorhanden sein. Ein aussagekräftiges Indiz, dass Sie einen guten Chirurgen gefunden haben, ist auch die Mitgliedschaft in einer entsprechenden Ärztefachgesellschaft wie der DGÄPC oder VDÄPC. Weitere Tipps erhalten Sie im Artikel Plastische Chirurgie: Gehen Sie auf Nummer sicher bei der Auswahl Ihres Arztes.

Vorsicht vor Trittbrettfahrern

In der Vergangenheit haben mangelhaft ausgebildete Ärzte oftmals großen Schaden angerichtet, indem Sie Patienten als „Kosmetischer Chirurg“ behandelt haben, ohne eine entsprechende Qualifizierung zu besitzen. Die Patienten setzen sich damit einem sehr großen Risiko aus und setzen unter Umständen nicht nur ihr Aussehen, sondern auch Ihre Gesundheit – und im schlimmsten Fall ihr Leben aufs Spiel. Nehmen Sie die Auswahl eines geeigneten Chirurgen daher nicht auf die leichte Schulter: Investieren Sie ausreichend Zeit in die Suche nach einem geeigneten Arzt, suchen Sie das Gespräch und legen Sie Wert darauf, dass der Plastische Chirurg Ihrer Wahl Ihnen seine Qualifikation im Zweifel darlegt. Es geht um Ihren Körper und um Ihre Gesundheit. Und bedenken Sie: Auch Plastische Chirurgen können keine Wunder vollbringen.

Quelle: http://mdsource.com/cosmetic-surgery-vs-plastic-surgery