IST EINE KORREKTUR DER GYNÄKOMASTIE FÜR MICH DAS RICHTIGE?

Die Gynäkomastie kann ein- oder beidseitig auftreten. Ursache ist häufig eine genetisch oder hormonell bedingte Neigung zur vermehrten Fetteinlagerung in diesem Bereich. Manchmal kommt es aber auch vor, dass infolge hormoneller Störungen oder Medikamenteneinnahme (z.B. Anabolika) die Brustdrüse vergrößert ist. Nicht selten bleiben die genauen Ursachen aber auch unklar.

Für Männer die sich in Ihrem Erscheinungsbild gestört fühlen, stehen heute plastisch chirurgische Korrekturmöglichkeiten zur Verfügung. Das überschüssige Fett- und Drüsengewebe wird dabei entfernt, so dass eine typische männliche Brustkontur entsteht. Auf den folgenden Seiten finden Sie wichtige Hintergrundinformationen zu diesem Eingriff. Für Ihre ganz individuellen Fragen stehen wir Ihnen im persönlichen Beratungsgespräch zur Verfügung. Zögern Sie nicht, uns anzusprechen. Wichtig in dieem Zusammenhang: auch eine Korrektur ohne OP mit Coolsculpting kann für Sie möglich sein.

Korrekturoperationen einer Gynäkomastie können grundsätzlich gut bei gesunden und emotional stabilen Patienten vorgenommen werden. Im günstigsten Fall ist Ihre Haut fest und elastisch. Dadurch steigt die Aussicht auf eine gute Kontur der Brustwand nach der Korrektur.
Sollten Sie unter deutlichem Übergewicht leiden, so kann es sinnvoll sein, zunächst Ihr Körpergewicht zu reduzieren. Auch Patienten die regelmäßig Alkohol in größeren Mengen oder Drogen konsumieren sind im Allgemeinen keine idealen Patienten für eine Korrektur. Drogen wie Marihuana oder Haschisch können, wie auch anabole Steroide eine Gynäkomastie hervorrufen. Deshalb sollte unbedingt zunächst der Konsum dieser Mittel aufgegeben werden und beobachtet werden ob dadurch bereits ein Rückgang der Brustfülle festgestellt werden kann, bevor eine operative Korrektur in Betracht gezogen wird.
Die erste Untersuchung bei Ihrem Arzt ist sehr wichtig. Ihr Plastischer Chirurg wird von Ihnen eine möglichst komplette Auflistung ihrer bisherigen Krankheiten benötigen. Deshalb überprüfen Sie bitte Ihre Unterlagen und halten Sie zur Untersuchung diese Angaben bereit. Ihr Arzt wird Ihre Brüste sorgfältig untersuchen und versuchen Ursachen für eine Gynäkomastie zu finden. Zu diesen gehören z.B. eine gestörte Leberfunktion, der Gebrauch von Östrogen-Präparaten oder anabole Steroide. Eine hormonelle Abklärung durch einen Endokrinologen ist in der Regel sinnvoll, da auch die eigene Hormonproduktion gestört sein kann.
In seltenen Fällen wird Ihr Plastischer Chirurg eine Mammographie (Röntgen der Brustweichteile) für angeraten halten. Diese soll nicht nur die sehr geringe Wahrscheinlichkeit eines Brustkrebses ausschließen, sondern auch die Zusammensetzung des Brustgewebes zeigen. Zögern Sie nicht Ihrem Arzt während der Untersuchung Ihre Fragen zu stellen.

WIE BEREITE ICH MICH AUF DIE OPERATION VOR?

Sie werden von Ihrem Arzt detaillierte Anweisungen erhalten wie Sie sich, auch in Bezug auf trinken, essen und die Einnahme von Vitaminen und bestimmter Medikamente, verhalten sollten. Raucher sollten ein bis zwei Wochen vor der Korrektur sowie in der Heilungsphase das Rauchen einstellen. Warum? Rauchen vermindert die Blutzufuhr in das Operationsgebiet und verschlechtert die Wundheilung. Dies führt deutlich häufiger zu Problemen als bei Patienten die nicht rauchen. Daher ist es in Ihrem Sinne dem Rat Ihres Arztes zu folgen. (Auch wenn es schwer fällt)

WIE WIRD DIE OPERATION DURCHGEFÜHRT?

Wir führen diesen Eingriff in der Regel für eine Nacht stationär durch. In gering ausgeprägten Fällen ist auch ein ambulantes Vorgehen möglich. Die Operation selbst dauert etwa 1,5 Stunden, in schweren Fällen auch länger.

ANÄSTHESIEFORM

Die Korrektur vergrößerter männlicher Brüste wird meistens in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt. Bei einer geringen Ausprägung der Vergrößerung kann der Eingriff auch unter örtlicher Betäubung mit zusätzlicher Sedierung (Beruhigungsmittel) vorgenommen werden. Sie sind dann wach, haben aber keine Schmerzen. Ihr Plastischer Chirurg wird mit Ihnen die zur Verfügung stehenden Verfahren individuell mit Ihnen besprechen und abwägen welches Verfahren für Sie persönlich am geeignetsten erscheint.

DIE KORREKTUR

Ist überschüssiges Drüsengewebe die Hauptursache für die Brustvergrößerung, wird dieser Überschuß entfernt. Die Entfernung kann für sich allein, oder in Verbindung mit einer Fettabsaugung erfolgen. Typischer Weise wird am Übergang von Brustwarzenvorhof zur nicht pigmentierten Haut der Brust ein kleiner Schnitt angelegt. Durch diesen Einschnitt wird Ihr Plastischer Chirurg dann den Überschuß an Drüsengewebe entfernen und ggf. Zusätzlich Fettgewebe absaugen. Bei sehr großen Verkleinerungen können auch größere Schnitte erforderlich sein. Um in solchen Fällen auf große Schnitte verzichten zu können kann auch überlegt werden, ob die Korrektur in zwei, etwa drei Monate auseinander liegenden Korrektureingriffen erfolgen soll.
Wenn die Vergrößerung der Brüste hauptsächlich durch überschüssiges Fettgewebe hervorgerufen wird, kann die Verkleinerung auch ausschließlich durch eine Fettabsaugung vorgenommen werden. Dazu ist lediglich ein sehr kleiner Schnitt, ebenfalls am Rand des Brustwarzenvorhofs vorzunehmen. Dabei wird eine schmale Absaugkanüle in das Gewebe eingeführt und unter Sog wird das Fettgewebe vorsichtig abgesaugt. Unter örtlicher Betäubung werden Sie dabei Vibrationen und ein Zuggefühl am Gewebe spüren. Dies ist jedoch durch die Betäubung eher nicht schmerzhaft.
In Extremfällen, bei denen sehr große Mangen an Fett und/oder Drüsengewebe entfernt werden müssen, ist es möglich daß der verbleibende Hautmantel zu groß ist und sich der neuen, kleineren Kontur nicht anpaßt. In diesen seltenen Fällen muß zusätzlich Haut entfernt werden, damit sich der Hautmantel der neuen Kontur anpassen kann.
Oft ist es sinnvoll, um großen Blutergüssen vorzubeugen, eine Drainage einzulegen. Diese wird in der Regel an einer unauffälligen Stelle in der Achselhöhle ausgeleitet und nach ein bis zwei Tagen entfernt. Nachdem die Haut sorgfältigst vernäht ist. Wird ein gut komprimierender Verband angelegt.

NACH DER KORREKTUR

Nach der Korrektur werden Sie für einige Tage ein deutliches Druckgefühl an den Brüsten verspüren. Diese Befindlichkeitsstörung kann aber durch Medikamente gelindert werden. Sie sollten sich für den Heimweg nach Hause fahren lassen.
Ggf. ist es günstig wenn Ihnen in den ersten 2-3 Tagen bei Bedarf zu Hause jemand behilflich sein kann. Die Brüste schwellen üblicher Weise an und werden sich durch einen beschränkten, aber unvermeidlichen „blauen Fleck“ verfärben. Zunächst werden Sie sich womöglich fragen, ob es überhaupt eine Verbesserung gegeben hat. Um die Schwellung zu mindern werden Sie für 4 bis 6 Wochen Tag und Nacht ein spezielles Kompressionshemd tragen müssen. Dieses dient neben der Minderung der Schwellung auch einer schöneren Anpassung der Haut an die neue kleinere Kontur der Brust. Obwohl der größte Teil der Schwellung innerhalb der ersten Wochen verschwunden sein wird, dauert es einige Monate bis Sie das Endergebnis sehen können.
In der Zwischenzeit ist es wichtig zum normalen Leben zurück zu kehren. Bereits am Tag der Operation dürfen Sie für kurze Gänge über den Flur aufstehen (nur in Begleitung unserer freundlichen Krankenschwestern) Je nachdem, welche Beruf Sie ausüben, können Sie schon nach kurzer Zeit wieder Ihrer Arbeit nachgehen. Sofern Hautnähte zu entfernen sind, geschieht dies nach etwa 2 Wochen.
Ihr Arzt wird Ihnen raten für etwa 2 Wochen auf sexuelle Aktivitäten und schwere körperliche Arbeit für 3 Wochen zu verzichten. Für 4 Wochen sollten Sie keinen Sport treiben oder Tätigkeiten verrichten bei denen die Brustregion stark belastet werden kann. In der Regel dauert es etwa einen Monat bis Sie all Ihre üblichen Aktivitäten ausüben können.
Die entstehenden Narben sollten für 6 Monate konsequent vor Sonneneinstrahlung (auch Solarium) geschützt werden Sonnenlicht kann zu einer bleibenden stärkeren Pigmentierung der Narben führen. Dadurch werden die Narben dunkel. Jede Operation birgt Risiken und gewisse Unsicherheiten.
Wird eine operative Korrektur der männlichen Brust von einem qualifizierten Plastischen Chirurgen durchgeführt, sind Komplikationen nicht häufig und weniger schwer. Dennoch, wie bei jeder Operation gibt es Risiken. Zu diesen gehören Infektionen, Hautverletzungen, Blutergüsse, Nachblutungen, Unverträglichkeitsreaktionen auf Narkosemittel. Eine Korrektur kann in seltenen Fällen zu störenden Narben führen. Ebenso kann es sein, daß die linke Brust nicht genau der rechten Brust entspricht. Sollte die Asymmetrie sehr ins Gewicht fallen, so kann ein zweiter Eingriff sinnvoll sein, um zusätzlich Gewebe zu entfernen. Wenn Sie diese Risiken weitestgehend eliminieren möchten, dann denken Sie über Coolsculpting nach.
Vorübergehende Effekte einer Korrektur kann ein Taubheitsgefühl in der Brust sein, welches bis zu einem Jahr anhalten kann.

IHR NEUES AUSSEHEN

Die Korrektur einer Gynäkomastie kann Ihr Aussehen und Ihr Selbstwertgefühl verbessern. Aber es muß nicht unbedingt Ihrer Idealvorstellung entsprechen. Bevor Sie sich für eine Korrektur entscheiden denken Sie sorgfältig über Ihre Erwartungen nach und besprechen Sie diese mit Ihrem Plastischen Chirurgen.
Bei realistischen Erwartungen sind Ihre Chancen gut, daß Sie mit Ihrem neuen Aussehen zufrieden sein werden.