Was ist eine Kapselverhärtung und wie kann sie behandelt werden?

Botox® oder Füller – Tipps zur richtigen Entscheidung
22. Oktober 2018
Show all

Komplikationen bei Eingriffen in der Plastischen Chirurgie sind selten. Jedoch ist eine Operation stets mit einem gewissen Risiko verbunden. Es kann niemals völlig ausgeschlossen werden, dass der Körper auf einen Eingriff unerwünscht reagiert. Dies ist bei einer Kapselkontraktion oder Kapselfibrose der Fall, die in seltenen Fällen nach einer Brustvergrößerung auftreten kann.

Was ist eine Kapselkontraktion?

Es ist ein normaler Bestandteil des Heilungsprozesses nach einer Brustvergrößerung mit Brustimplantaten, dass um das eingesetzte Implantat herum eine Kapsel aus Bindegewebe entsteht. Der Körper „isoliert“ den Fremdkörper, indem er eine Barriere bildet. Diese völlig normale Reaktion ist bei einer Brustvergrößerung wünschenswert: Die Kapsel hilft dabei, das Implantat an der richtigen Stelle zu halten.

Unter bestimmten Umständen kann es in der Folgezeit zu einer Komplikation kommen, der Kapselverhärtung, auch Kapselfibrose oder Kapselkontraktur genannt. Bei dieser verhärtet sich die Kapsel um das Implantat herum und zieht sich bis zu einem gewissen Grad zusammen. Dies kann sich optisch bemerkbar machen und das Ergebnis der Brustoperation ästhetisch beeinträchtigen. In extremen Fällen können sogar Schmerzen entstehen.

Die Stufen einer Kapselverhärtung

  • Stufe 1: Die erste Stufe einer Kapselverhärtung verläuft ohne Symptome. Die Brust ist in ihrem Normalzustand. Das Narbengewebe um das Implantat herum beeinträchtigt dieses weder in der Form noch in seiner Konsistenz. Die Brust fühlt sich weich und elastisch an.
  • Stufe 2: In dieser Stuft treten nur leichte kosmetische Symptome auf. Die Brüste erscheinen von der Form her wie gewünscht, fühlen sich jedoch fester an.
  • Stufe 3: Ab der dritten Stufe sind erste optische Auffälligkeiten zu sehen. Die Brüste verformen sich und werden noch fester, sie wirken etwa zu rund oder die Brustwarzen verschieben sich. Schmerzen treten in diesem Stadium kaum oder gar nicht auf.
  • Stufe 4: Ist die Kapselverhärtung ausgeprägt, sind die Brüste verformt und verhärtet. Häufig empfinden Patientinnen Schmerzen oder Spannungen in den Brüsten.

Wie lange nach der Brustvergrößerung kann eine Kapselverhärtung auftreten?

Eine Kapselkontraktion kann zu jeder Zeit nach einer Brustvergrößerung auftreten. Heute ist sie aber, im Vergleich zu früheren Jahren, recht selten geworden. In 75 Prozent aller Fälle von Kapselfibrosen entwickelt sie sich innerhalb von zwei Jahren nachdem die Brustvergrößerung vorgenommen bzw. das Implantat eingesetzt wurde. In selteneren Fällen tritt einer Kapselverhärtung nach vielen Jahren auf. Sollte dies vorkommen, muss ein Plastischer Chirurg aufgesucht werden, der die Implantate auf mögliche Beschädigungen untersucht. In einem beschädigten Brustimplantat liegt ein häufiger Grund für eine spät auftretende Kapselverhärtung.

Was sind die Gründe für eine Kapselfibrose?

Unterschiedliche Auslöser können dazu führen, dass sich eine Kapselfibrose entwickelt. Sie variieren von Patientin zu Patientin. Wichtig ist es zu verstehen, dass eine Kapselkontraktur nicht deshalb entsteht, weil die Implantate „schädlich“ sind. Sie sind mit medizinischem Silikon gefüllt, das keine gefährlichen Auswirkungen auf den Körper hat. Das Phänomen kann bei anderen Operationen, bei denen ein Implantat in den Körper eingesetzt wird, ebenfalls auftreten.

Es wird auf der Grundlage neuerer Studien angenommen, dass eine bakterielle Infektion die Ursache für eine Kapselfibrose ist. Um die Kapsel bildet sich nach dieser These ein dünner Biofilm aus Bakterien. Dieser führt zu einer leichten, unterschwelligen Infektion im Körper. Daraufhin wird als Reaktion mehr Narbengewebe ausgebildet, was zur Entstehung der Kapselkontraktion führt.

Mögliche individuelle und allgemeine Risikofaktoren sollten Sie im Vorfeld einer Operation mit Ihrem Plastischen Chirurgen ausführlich besprechen. Eine Kapselverhärtung ist chirurgisch gut behandelbar und auch die Wahrscheinlichkeit ihrer Entstehung kann z. B. durch die Operationstechnik und eine geeignete Nachsorge verringert werden. Daher sollte die mögliche Angst vor einer Kapselverhärtung Sie nicht davon abhalten, eine Brustvergrößerung durchführen zu lassen, wenn Sie sich diese wünschen. Sprechen Sie mit Ihrem Plastischen Chirurgen über das Thema und lassen Sie sich hinsichtlich der Risiken ausführlich beraten.

Kapselverhärtung: vorbeugen und behandeln

Der behandelnde Plastische Chirurg wird auf folgende Punkte besonderen Wert legen, um die mögliche Entstehung einer Kapselfibrose schon im Vorfeld gering zu halten. Zur Vorbeugung einer Kapselfibrose gehören Maßnahmen entsprechend dem 14-Punkteplan nach Deva und Adams.

Stellen Sie nach einer Brustvergrößerung Symptome einer Kapselverhärtung fest, wenden Sie sich an Ihren Plastischen Chirurgen. Er wird nach einer eingehenden Untersuchung entscheiden, welche Schritte nötig sind, um die Komplikation zu beheben. Bei einer fortgeschrittenen Kapselfibrose wird ein chirurgischer Eingriff notwendig sein. In extremen Fällen muss das Implantat entfernt und durch ein neues ersetzt werden.

Quelle: https://www.plasticsurgery.org/news/blog/what-is-capsular-contracture-and-how-can-it-be-treated