MPU-Implantate: Erfahrungen aus langjähriger Praxis

Was ist eine Kapselverhärtung und wie kann sie behandelt werden?
13. November 2018
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Im Rahmen der 46. Jahrestagung der DGÄPC in Düsseldorf ging Dr. Olaf Kauder in seinem Vortrag „6 Jahre PU-Implantate“ ausführlich auf seine Erfahrungen mit MPU-Implantaten ein. Herr Dr. Kauder hat in seiner Arbeit als Plastischer Chirurg zwischen 2012 und 2017 bei der Behandlung von 240 Patientinnen zahlreiche praktische Erkenntnisse zu den Eigenschaften von Brustimplantaten mit Mikropolyurethanschaum gewonnen, die er dem Fachpublikum darlegte.

Herr Dr. Kauder stellte zunächst die Besonderheiten von MPU-Implantaten dar. Diese seien, gezielt eingesetzt, in der Plastischen Chirurgie im Bereich der Brustvergrößerung oder -rekonstruktion sehr nützlich. Zu ihren positiven Eigenschaften gehörten:

  • Kein Verrutschen des Implantats
  • Stabilisierung der Brust möglich
  • Mögliches Hineinwachsen in bestehende Implantatkapseln
  • Äußerst geringe Kapselfibroserate

Zu bedenken seien bei der Verwendung von MPU-Implantaten folgende Punkte, wie Herr Dr. Kauder anmerkte:

  • Mögliches Auftreten einer akzentuierten Implantatkante an den Rändern
  • Keine Dehnbarkeit des unteren Pols
  • Geringe Beweglichkeit unter dem Muskel durch starke Anhaftung an das Brustgewebe

Auf mögliche Komplikationen bei der Verwendung von MPU-Implantaten ging Herr Dr. Kauder in seinem Vortrag ebenfalls ein. Er gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass MPU-Implantate stets einen halben Zentimeter schmaler gewählt werden sollten als es bei anderen Implantat-Oberflächen geboten sei.

Die besondere Eigenschaft von MPU-Implantaten, sehr genau an der eingesetzten Stelle zu verbleiben, bringe die Notwendigkeit einer besonders genauen Planung und Vorbereitung der Operation mit sich. Da sich das Ergebnis des Eingriffs nach der Operation kaum noch verändere, sei dies von großer Bedeutung, betonte Herr Dr. Kauder. Er riet außerdem dazu, Anwendungen, bei denen das Gewebe gedehnt werden müsse, bei diesen Implantaten zu vermeiden.

Abschließend machte Herr Dr. Kauder auf eine sehr seltene Komplikation im Zusammenhang mit der Verwendung von MPU-Implantaten aufmerksam: die Entstehung eines BIA-ALCLs. Auf dieses Risiko seien behandelte Patientinnen unbedingt hinzuweisen.